#STSKitzbuehel Social Travel Summit: Neues vom Influencer Summit in Kitzbühel, Tirol.

„Um es mit den Worten von Charles Darwin zu sagen: Evolutionstechnisch gesehen überleben diejenigen, die sich ‚am besten an Veränderungen anpassen können‘. Wir sind allesamt eine Art von ‚living history‘, wenn es um Kommunikationstechniken geht. Denn in den vergangenen 20 Jahren haben sich die Dinge ständig verändert“, sagt Nick Westergaard und lächelt, als er von seinem jüngsten Besuch des „Museum of Broadcasting History“ in Chicago, Illinois, erzählt. „Dinge, an die ich mich aus meiner eigenen Kindheit erinnern kann, sind jetzt Ausstellungsstücke in einem Museum! Meine eigenen Kinder lachen mich aus“, schmunzelt er, aber viele von uns im Publikum nicken und seufzen hörbar. Tatsächlich war die Welt der Kommunikation vor 20 Jahren noch ganz, ganz anders. Geschweige denn noch viel früher.

Wie also sich vorbereiten auf eine „zuversichtliche Zukunft“, wenn sich doch immer alles so rasant ändert?

Thinking ...

„Sei Dir Deiner langfristigen Ziele bewusst“ lautet eine der Antworten auf die vielen Unsicherheiten des (beruflichen) Lebens, so Keith Jenkins, CEO von iambassador, bei seiner Ansprache im Rahmen des ‚The Social Travel Summit‘ in Kitzbühel, Tirol.

 

Un

Seltsam oder …? Das Bild der Hauptdarstellerin aus „Sound of Music“ lässt so manch einen Fan via Twitter ins Schwärmen geraten, andere wiederum regen sich öffentlich über den „unmöglichen Kleidungsstil der Schauspielerin“ auf: Kommunikation findet eben immer in einem bestimmten Kontext und vor dem Hintergrund bestimmter Überzeugungen statt.

 

Nick Westergaard ...

Nick Westergaard stellt uns seine „Hierarchie des digitalen Markenaufbaus“ vor. Stimmt Ihr ihm zu?

 

Jahr für Jahr bringt der sogenannte „Social Travel Summit“ digitale Meinungsbildner, Reiseblogger, Touristiker & Berater an einen Tisch, um gemeinsam über die wichtigsten Ansätze im Kontext der Digitalisierung in der Tourismuswelt zu diskutieren.

Zwei Tage voll gesteckt mit interessanten Fachvorträgen, Interviews, inspirierenden Kaffeepausen und berühmt-berüchtigten „After-Parties“ stellen die vielen Fragen zur Zukunft der Online-Medien sowie den Trends in der internationalen Reisebranche in den Vordergrund. Stets habe ich gerne am „Social Travel Summit“ teilgenommen, der #STSKitzbuehel ist bereits meine dritte solche Konferenz, und unseren ersten Redner, Nick Westergaard, kenne ich noch vom ersten #STSLeipzig im Frühjahr 2014. Nick gab dort einen ähnlichen Vortrag über die „7 Trends in der Digitalisierung„. Hier ist, was er 2017 zu sagen hatte:

  • „Cat Content“ … nun, CONTENT ganz allgemein, ist nach wie vor ein wichtiger Trend. 80% der Vermarkter nutzen Content-Marketing über alle Branchen hinweg. Die Zukunft wird uns einen sogenannten „Content-Schock“ bescheren, der uns dazu zwingen wird, noch mehr auf Qualität zu setzen. „Diese Art von Qualität muss strategisch, visuell und video-orientiert sein. Mehr ist nicht immer besser, manchmal ist mehr einfach nur mehr„, so eine seiner zentralen Aussagen. Im Zeitalter der „Pinterest-ification“ erzielen Videos & Visuals die meiste Reichweite, auch die (Google) Suche stellt irgendwann Bilder über Keywords. Visueller Inhalt hat zudem eine 40x mal höhere Wahrscheinlichkeit, geteilt zu werden als solcher ohne (Bewegt)Bilder!
  • Die Grundsätze der Werbung … haben sich in den vergangenen 20 Jahren nicht nur dramatisch verändert, sondern auch eine gewisse „reachpocalypse“ erreicht, wie Nick es nennt – quasi die Apokalypse an maximal Möglichem. Der Großteil des Geldes geht dabei an Google und Facebook. Die POEM-Formel kann eine Antwort liefern: Sie bedeutet, in „paid, owned & earned media“ zu investieren, also in bezahlte, eigens gestaltete und zusätzliche Medien. Idealerweise, so Nick, ist es „ein Mix aus allen dreien“.
  • Realtime Video: Seit dem Beginn von Facebook-Live-Videos im Jahr 2016 haben selbige ein Wachstum von 330% verzeichnet. Heutzutage braucht man nicht nur eine Video-Strategie, sondern auch eine Art Live-Video-Strategie! Dazu lautet Nicks Rat, Inhalte an Dinge anzuknüpfen, die bereits in diversen sozialen Medien thematisiert werden und die für „schnelle Relevanz“ sorgen. Auch wenn dies definitiv viele Ressourcen benötigt, sei es gut, in solche Strategien zu investieren.
  • Trend zu „Mobile“: Hier geht es weniger um das, was wir haben, als wie wir es nutzen können. Nehmen wir mal an, wir verbringen fünf Stunden am Tag auf unseren mobilen Endgeräten. 50% der Videos, die wir konsumieren, laufen über solche Geräte. Google dominiert 94% mobiler Suchanfragen und 95% der mobilen Werbeanzeigen. Die Frage lautet: Ist unser Content dafür bereit? Haben wir eine schnell ladende, mobil gut optimierte Website? 53% der mobil geladenen Seiten werden verlassen, wenn sie länger als drei (!) Sekunden zum Laden benötigen ..!
  • E-Mail: Bis 2020 werden drei Milliarden Menschen Email-Programme verwenden. 205 Milliarden Emails werden jeden Tag verschickt. 72% der Verbraucher bevorzugen E-Mail als ihre wichtigste Quelle der Geschäftskommunikation. Bleibt am Ball, so Nick’s Rat: Emails werden auch weiterhin der digitale Kitt in unseren (Geschäfts)Beziehungen sein.
  • Und schließlich: Das Thema Strategie. Hier gelte es, auf „ein geringeres Tempo zu setzen, me-too Marketing-Fallen zu vermeiden, sowie seine eigene USP wieder und wieder zu schärfen und an die Marktbedürfnisse anzupassen“.

 

„Unendlich viele Möglichkeiten ergeben endlich viele Strategien. Anstatt alles machen zu wollen, sollten wir uns fragen, was am meisten Sinn macht – und genau dies tun.“ (Nick Westergaard, The Social Travel Summit in Kitzbühel, Tirol).

Thank you for such an interesting presentation Nick!

Vielen Dank für solch einen interessanten Vortrag Nick!

 

Generally speaking, engagement levels at "The Social Travel Summit" are always high ...

Die Stimmung am „Social Travel Summit“ …

 

... and so is the quality of our speakers, in this case Janice Waugh aka Solotraveler.com.

… ist von geballter Aufmerksamkeit geprägt, wie hier Janice Waugh von Solotravelerworld.com, die uns über ihre persönlichen Erfolgsstrategien nach fast zehn Jahren im Blogging-Geschäft berichtet.

 

Spannende Erkenntnisse liefert auch Marion Vicenta-Payr mit ihrer Präsentation, „Algorithms are killing us“, gefolgt von Anregungen für eine erfolgreiche, bezahlte Social Media Kampagne.

Marion’s Vortrag (@MarionVicenta) ruft in Erinnerung, dass wir alle „auf Plattformen vertrauen, die wir überhaupt nicht kontrollieren„. Selbst wenn wir uns in Kooperationen auf unsere Follower-Zahlen berufen, so ist es kein Geheimnis, dass die organische Reichweite weiterhin dramatisch schrumpft, in absehbarer Zeit wohl gegen null gehen wird. Sie stellt diesem potentiell negativen Algorithmus-Trend folgende Strategien gegenüber:

  • „Pay-To-Play“ Strategien: (Bezahlte) Reichweite durch „Verengung“ der Zielgruppe. Sie können eine gute Einführung in die Möglichkeiten von bezahlten Social Media Kampagnen sein.
  • Auch hier gilt: Konzentration auf Qualität. In Bezug auf Plattformen wie Facebook bedeutet dies, dass wir möglichst viele Inhalte teilen sollten, die Benutzer länger auf Facebook halten: Inhalte wie Live-Streaming, Videos, Instant Engagement Posts, Artikel mit breit gestreutem Themenbezug, etc. Eine weitere Idee ist es, Gruppen zu gründen, die sich mit einer (oder mehreren) der wichtigsten Zielgruppen beschäftigen. Wir sollten uns nicht abschrecken lassen, wenn etwas länger dauert, oder einfach nicht gut funktioniert: Algorithmen, so Marion, ändern sich jede Woche!
  • Zu guter letzt gilt es, bei all dem Hype über diverse Social-Media-Plattformen auch ausreichend Ressourcen in eigene Kanäle, sprich die eigene Website, sowie den eigenen Blog, zu investieren.

 

Lynsey Sweales (@LynseySweales) spricht weiter folgendes:

  • Arbeitet rückwärts„: Beginnt mit Euren Geschäftszielen, und setzt dann Geld, Zeit und Statistiken ein, um Ressourcen für einen Plan zu entwickeln.
  • Fragt Euch stets: „Was macht die Konkurrenz?“ AdEspresso von Hootsuite, oder aber auch SEMRush, so Lynsey, seien gute technische Werkzeuge für eine zuverlässige Konkurrenzanalyse.
  • Was sind die passendsten Kanäle für mich?“ Testen, lernen und Kanäle maximieren: Beiträge organisch veröffentlichen und dann durch „Post Targeting“ nur denjenigen anzeigen, die diese (noch) nicht gesehen haben. Stets mit einem „Call to Action“ enden: Klick auf die Website, etc.
  • Wo liegen mögliche Ressourcen?“ Dinge wie persönliche Stärken, aber auch Netzwerke, Förderer, Freunde & Familie kommen hier zum Einsatz.
  • Messen, messen, und nochmals messen„: Google URL Builder & Google Analytics mindestens einmal pro Woche überprüfen! Lynsey rät uns dazu, Ziele für Transaktionen einzurichten, damit wir unsere Leistung vollständig messen können. Reichweite und Interaktion auf den verwendeten Kanälen gilt es stets genau zu beobachten.
  • Remarketing„: Wer auf eine Website kommt und sich dann bei Facebook anmeldet, sieht dort eine Werbeanzeige der gleichen Firma; eine Strategie, um die customer journey stets verbunden zu halten.

 

Alle Ziele, die wir je formulieren, sollten SMART sein: Spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch und zur rechten Zeit im Einsatz. Vielen Dank, liebe Marion, liebe Lynsey, für Eure interessanten Präsentationen!

 

Last but not least, I would like to

Zu guter letzt gibt es hier eine Zusammenfassung einer spannenden Präsentation aus der „SEO-Ecke“, und zwar von Erik van Erp von „AroundTheGlobe.nl“!

 

Erik van Erp, dem ich schon mehrfach in seinen Vortragsreihen über das Thema SEO-Management zugehört habe, startet seinen Vortrag mit drei zentralen Fragen:

  1. „Wo(für) möchtest Du in zwei Jahren gefunden werden?“
  2. Frag‘ Dich im Anschluss: „Gibt es dafür einen Markt? Und ist er groß genug?“
  3. Dann das Entscheidende: „Kannst Du damit Geld verdienen?“

 

Gesetzt den Fall, wir möchten über kulinarische Reisethemen veröffentlichen: Erik zieht dazu Audrey Bergner’s Website „ThatBackpacker.com“ als Beispiel heran. Kulinarische Routen, so argumentiert er, seien vielleicht einfacher zu vermarkten, als kulinarische Reisethemen ganz allgemein. Er sagt auch: „Wenn Ihr weniger als 20.000 Besucher auf Eurer Website pro Monat habt, müsst Ihr jetzt mehr tun. 20.000 bis 50.000 Besucher sind OK, aber nur mittelfristig.“

 

„Mit mehr als 100.000 Besuchern im Monat seid Ihr SEO-technisch für die nächsten zwei bis drei Jahre gut aufgestellt.“ Und: „Die Mehrheit Eures Publikums ist zum ersten Mal auf Eurem Blog, bzw. Eurer Website. Das Konzept ‚unsere Leser‘ stimmt aus reiner Google-Analytics-Sicht so nicht ganz.“

Weitere Tipps aus Erik’s Sicht lauten:

  • Werft einen sorgfältigen Blick auf Eure Website-Struktur: Kategorien sind die wichtigsten SEO-Ranking-Tools. Suchmaschinen lesen Webseiten von links nach rechts: Links oben sollten also alle wichtigen Themen und Kategorien zu finden sein (siehe Audrey’s Website: „Home – About – Destinations – Travel Tips“).
  • Nicht zu viele Tags auf einer Website! Ein paar, zwei bis drei, sind genug. Der Rest sollte in Kategorien gehen (die nicht gleich wie die Tags lauten dürfen).
  • Bis 2020 werden 50% aller Suchanfragen sprachbasiert sein (Quelle: ComScore). 30% davon werden ohne Bildschirm durchgeführt werden. Was das für uns heißt, ist noch nicht vollständig abschätzbar, doch wollen wir im Ergebnis dieser Art von Suchanfragen ebenso aufschienen.
  • Findet (und vermeidet) „schlechten“ Inhalt: Überprüft Eure SEO-Einstellungen, aktiviert das YOAST Plugin für Eure WordPress-Website, platziert „kreative Titel“ in die Mitte Eures Artikels, und setzt die vom YOAST Plugin vorgeschlagene, SEO freundliche Überschrift als Hauptüberschrift ein! „Schlechter Inhalt“ ist meist dünn gesät, bedeutet manchmal auch gesponserte Beiträge, alte Beiträge oder einfach nicht (mehr) relevante Beiträge.
  • Keywords ja, aber mehr in Bezug auf Themen. Je nach dem Markt, für den wir schreiben, müssen wir die Keywords anpassen. Wenn wir wirklich Einfluss nehmen wollen, müssen wir eine ganze Reihe von Keywords in unseren Beiträgen wählen.
  • Interessante Fallstudien entwickeln: Erik erklärt uns sein Beispiel einer „SEO-Studienreise in die Emilia Romagna“, in der seine Reiseroute ganz und gar auf zuvor recherchierten SEO Schlüsselwörtern basiert hat. Er schrieb dann einen Artikel über Bologna und verband ihn mit anderen Artikeln in weiteren italienischen Regionen wie der Lombardei, und zwar vorwiegend aus praktischer Sicht: Weil es für seinen (niederländischen Sprach-)Markt billiger ist, nach Bologna über Mailand zu fliegen, anstatt direkt. Beide Artikel erzielten so ein Jahr nach Veröffentlichung, sprich in der darauffolgenden Reisesaison, rund 10.000 bis 20.000 Besucher pro Monat nur auf den jeweiligen Artikeln, und wurden von Google unter den Top 10 bei der Recherche für „Bologna“ am niederländischen Reisemarkt angezeigt.

 

„Selbst wenn Ihr noch so wunderbaren Content produziert: Vernetzung ist absolute Voraussetzung für ein entsprechend gutes Suchmaschinen-Ranking.“ (Erik van Erp, The Social Travel Summit, Kitzbühel, Tirol).

We agree it's one of the most interesting facts to know more about the

Vorträge zum Thema bessere Vernetzung & Suchmaschinen-Optimierung sind immer wieder spannend, nicht wahr? Angelika Schwaff und Keith Jenkins, die beiden Hauptorganisatoren des „Social Travel Summit“, stimmen zu …

 

Loved my time meeting you again too, dear Gemma @Costa Brava Tourism Board : Can't wait to be back there sometime soon again, too!

… auch wir finden dies, und viel mehr: Schön auch Dich, liebe Gemma von der Region Costa Brava wieder zu sehen!

 

Stay tuned for my next post up here talking more about this year's

In meinem nächsten Bericht erzähle ich Euch mehr über den „Social Travel Summit Think Tank“, und wie ich mich dort als Moderatorin des Themenbereiches „Beyond Content: Training & Product Development“ geschlagen habe … stay tuned!

 

All meine Schnappschüsse zum #STSKitzbuehel findet Ihr hier:

 

… und auch das heitere sowie informative #STSKitzbuehel Video möchte ich Euch nicht vorenthalten:

 

Und Ihr, was meint Ihr zu all diesen spannenden Themen?

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4 Kommentare

Hermann Paschinger 25. September 2017 - 11:24

Großartiger Bericht mit vielen guten Tipps!

Antworte
Elena 25. September 2017 - 18:31

Vielen Dank! 😀

Antworte
Angelika 25. September 2017 - 15:46

Jetzt müssten alle österreichischen Reiseblogger, die ich kenne, sofort ihre Arbeit einstellen. Denn ehrliche regelmäßige 100.000 Leser pro Monat fürs nächste Jahr wird wohl nur für zahlende Marketingstrategen möglich sein.

Antworte
Elena 25. September 2017 - 18:36

Liebe Angelika,

Ich sehe dies ehrlich gesagt auch als reine Anregung bzw. Denkanstoß – manchmal „ist mehr, einfach nur mehr“ 😉 Dennoch würde ich mir wünschen, dass sich Qualität auch in kleineren Nischenmedien durchsetzen und weiterhin gedeihen kann: Viel Arbeit geschieht ja außerdem rund um den Blog bzw. die Website, und schließlich ist es eine Frage der Ressourcen, worin wir unsere Zeit, unser Geld und unser Interesse investieren. Dass dabei nicht jeder auf extrem starkes, nachhaltiges SEO-Building und zig Zugriffe im Monat setzen kann, ist klar und auch für mich nicht unbedingt DAS Geschäftsmodell. Gut, dass es Platz und Raum für alle gibt 🙂

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