Zugreise mit Kleinkind: Vorbereitung auf drei Wochen Abenteuer quer durch Europa

Endlich. Wieder. Reisen. 😀 Und Reisepläne schmieden dürfen! Seit Wochen schon beflügelt meine Seele nichts mehr, als diese eine, zauberhafte Mama-Sohn-Reise zu planen. Lust darauf, mit meinem nunmehr zweijährigen Sohn bewusst alleine zu verreisen, habe ich schon lange. Seit mein Mann Georg und ich mit ihm einen Monat lang quer durch Spanien und Portugal getingelt sind, träume ich davon. Dann kam Corona … und wir alle wissen, was die Pandemie aus unseren Reiseplänen gemacht hat!

Nichtsdestotrotz gebe ich mich jetzt, bereits zwei Mal gegen das Coronavirus geimpft, zuversichtlich. Der Plan für diese Mama-Sohn-Reise: Kein Sightseeing. Stattdessen das Wunderbarste, was beim Reisen (mit oder ohne Kind) passieren kann: Ganz viel Zeit mit lieben, lustigen „Locals“ verbringen. Freunde und Menschen treffen, die ich zum Teil ewig – Jahre! – nicht mehr gesehen habe. Die eben nicht ums Eck, sondern Hunderte Kilometer weit weg wohnen. Ihnen Liam vorstellen. Und uns einfach ein paar Wochen lang gemeinsam treiben lassen …

 

Beginnen wir mit der Reiseplanung. Warum mit dem Zug (und nicht mit dem Auto)?

Aus zwei wie ich denke guten Gründen. Zum einen ist da der Umweltgedanke: Wenn ich schon mehrere Wochen lang in Summe Tausende Kilometer zurücklege und dafür gut ausgebaute Bahnstrecken nutzen kann, warum nicht? Autofahren ist teuer und mit Kleinkind über weite Strecken, noch dazu alleine, keineswegs ideal. Der zweite gute Grund, der für den Zug spricht, lautet: Mehr Flexibilität. Mit einem quirligen, bewegungshungrigen Kleinkind ist das Familienabteil der ÖBB oder der Deutschen Bahn die ideale Wahl. Alle Eltern (und Kinder!) sitzen dort in einem Boot, Liam hat zur Unterhaltung andere Kinder, es gibt Spiele und (in Zügen der ÖBB) sogar ein eigenes Kinderkino! Schon letztes Jahr, als wir über fünf Stunden lang in das Tiroler Pitztal gereist sind, hat mich das Familienabteil der ÖBB wirklich überzeugt.

Familienabteil der ÖBB auf unserer Reise von Wien in das Pitztal im Sommer 2020: "Ich würd's wieder tun." Für Eltern mit kleinen Kindern bestens geeignet!

Blick in das Familienabteil der ÖBB auf unserer Reise von Wien ins Tiroler Pitztal im Sommer 2020: „Ich würd’s, bzw. werde es wieder tun.“ Für Eltern mit kleinen Kindern ist diese Art zu reisen wirklich ideal.

 

Der Blick auf die (online) Reiseplanung zeigt, dass sich bei der Buchung von Zügen in Deutschland sogar zwischen „Kleinkindabteil/-bereich“ und „Familienbereich“ unterscheiden lässt. Was diesen kleinen, aber vermutlich feinen Unterschied ausmacht, bin ich jedenfalls noch gespannt zu erfahren … mehr dann in meinem nächsten Bericht im Anschluss an unsere Reise!

 

Wie habe ich mich für welche Strecken, bzw. Stationen auf der Reise entschieden?

Dies muss natürlich jede Mama / jeder Papa, die / der sich für Zugreisen mit Kind(ern) interessiert, selbst entscheiden. Mein Bauchgefühl sagt mir: Ich mute mir (und Liam) nicht zu viel zu, wenn ich die maximale Streckendauer pro Tag mit vier bis fünf Stunden im Zug begrenze (wir reisen nur tagsüber, für Nachtzüge ist er mir als Zweijähriger noch zu klein).

So machen wir zunächst Halt in München, schlafen dann ein paar Nächte bei Freunden in Augsburg, und reisen im Anschluss weiter nach Köln / Düsseldorf. Nach einer Woche Aufenthalt geht es weiter nach Belgien und Luxemburg, und dann über Süddeutschland heimwärts. Die „großen Strecken“ Wien – München, bzw. Augsburg – Köln habe ich jeweils schon ein Monat im voraus gebucht (samt Sitzplatzreservierung im Familienabteil). Alle anderen Verbindungen, die regional dann (oder von Köln bis Lüttich) nur plus minus eine Stunde betragen, buche ich spontan.

Der Vorteil ist ja, dass in Europa stets viele Züge fahren – ganz im Gegensatz zu anderen Erdteilen wie beispielsweise Westkanada, wie wir auf mehreren Reisen heiter erfahren mussten ..! Wir werden also schon die eine, richtige Verbindung für uns finden.

 

Wie die Sache mit dem Gepäck bei Zugreisen mit Kleinkind lösen?

Nun. Ich stelle mir das anhand folgender „Formel“ recht einfach vor: Ein Rucksack. Ein Reisekinderwagen. Ein Kleinkind. That’s it. Easy, oder?! Immerhin ist Sommer. Weder Liam noch ich benötigen viel Gepäck – und können überall unterwegs Wäsche waschen. Die Abstellräume der Familienabteile in den Zügen bieten viel Platz für Kinderwägen und Gepäck. Sollte einfach werden.

Als Reiserucksack kommt mein mittelgroßer Pilgerrucksack in Frage, dessen Tragequalität sich schon auf meiner zweiwöchigen Pilgerreise in Portugal bewährt hat.

Der echte, der wahre, der unverwechselbare ... Pilger auf dem Jakobsweg. :D Hier seht Ihr übrigens auch, wie mir der Hüftgurt das Rucksackgewicht von den Schultern nimmt- unabdingbar für tagelanges Gehen mit Gewicht.

„The one and only“ Reiserucksack, mit dem ich gut zwei Wochen durch Portugal und Spanien marschiert bin. Dieses Mal kommt das Gepäck von Liam und mir hinein: Sparsam und „hands-free“ reisen lautet die Devise für uns beide.

 

Dank unserer Flugreise mit Baby Liam besitzen wir bereits einen Reisekinderwagen. Dieser durfte damals mit ins Handgepäck, und ist somit von der Größe her auch im Zug leicht verstaubar. Ich kann zudem noch ein wenig schummeln und den Kinderwagen mit ein paar Spielsachen, Windeln etc. bepacken. Somit bleiben mir die Hände möglichst frei – und Liam als lebhafter, kleiner Weltenbummler nah bei mir!

... ist auch mit Baby (Kinderwagen ist innen erlaubt!) gut möglich ...

Praktischer Reisekinderwagen: Dieses Foto stammt von unserer Reise durch Portugal und Spanien mit Baby Liam. Auch jetzt, mit gut zwei Jahren, passt er noch wunderbar in den Kinderwagen!

 

Wie den Reiserhythmus mit dem Schlaf- und Kleinkindrhythmus verbinden?

Natürlich stelle ich mir die Frage, wie ich auch unterwegs auf Liam’s Schlafgewohnheiten, insbesondere sein nach wie vor mehrstündiges Mittagsschläfchen, Rücksicht nehmen kann. Ich gebe zu: An den Reisetagen werden wir alles recht spontan lösen müssen. An allen anderen Tagen ist es sicher möglich, ihn auch tagsüber (im Haus meiner Freunde) schlafen zu lassen. Ich mache mir da erst mal keine großen Sorgen. Im Gegenteil: Ich bin voller Vorfreude auf das Abenteuer Reisen mit meinem kleinen Sohn!

 

Und zu guter Letzt: Warum eigentlich ohne Papa?

Die Entscheidung, eine Zeit lang bewusst ohne Papa zu verreisen, entspringt meinem eigenen Wunsch und hat nichts mit dem Papa selbst zu tun! 😀 Sondern alles mit mir und meiner eigenen Neugierde. Ich frage mich: Wie ist es wirklich „mit Liam alleine“? Wie reagiert er auf alles und jeden, jetzt da er schon ein bisschen spricht und zu einem eigenen kleinen Persönchen heranreift? Wie fühle ich mich dabei?

Mein Mann bekommt weiters auch leider keinen Urlaub in dem Ausmaß, den er bräuchte um die ganze Reise dabei zu sein. Er arbeitet zudem gerade selbst an einem großen Ziel: Ende Juli wird er seinen zweiten Triathlon absolvieren. „Die verstärkte Trainingszeit, wenn Ihr unterwegs seid, kommt mir da gerade recht“, lacht er. Wie ausgemacht!

 

Jetzt wisst Ihr’s! Und dürft gespannt sein, wie es uns nun tatsächlich ergeht. Mehr dazu in meinem nächsten Beitrag!

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