Reisebloggerin & Mama: (Wie) Geht das? Ein Jahr auf der Reise mit #LittleLiam

Unser Sohn Liam ist heute genau ein Jahr alt. Ein unglaubliches Jahr, das in seiner geballten Intensität locker mit meinen nicht minder intensiven Reisejahren vor seiner Geburt mithalten kann – und uns doch erneut so unglaublich viel gelehrt und abverlangt hat. Zum Beispiel, dass Klischees (nicht) stimmen. Also, manche schon. Aber viele eben auch nicht! Auf alle Fälle haben Georg und ich als junge Eltern erlebt, dass die ganze Gesellschaft ein Wörtchen mitzureden versucht, wie man denn „am besten mit dem Baby umzugehen hat“. Der Satz meiner Mama fällt mir ein: „Es ist wie mit der Schule. Jeder war in der Schule, also meint jeder mitreden zu können, bzw. zu müssen.“ Die sprichwörtliche Flut gut gemeinter Ratschläge, die junge Eltern garantiert abbekommen … auch uns hat sie erreicht und bisweilen überrollt.

Hier muss ich mit einem Satz einhaken, den ich in meinem ersten Jahr als Mama aufgeschnappt habe und der einfach immer noch zu 100% stimmt:

Jede Mama ist die beste für IHR Kind.

… Jeder Papa der beste für SEIN Kind. Das schafft wieder Ruhe. Und Selbstvertrauen. Denn es stimmt einfach. Die Kinder suchen sich schon ein bisschen aus, in welcher Familie sie „landen“. Liam zeigt bereits in seinem ersten Lebensjahr Persönlichkeitsmerkmale, die uns definitiv an unsere eigenen erinnern. Also, unter anderem, Gelassenheit, Offenheit, eine ruhige Art von Zufriedenheit, Glückseligkeit und – glaubt es oder nicht – Reisefreude! Liam war keine zwei Monate alt, da haben wir mit ihm eine Woche am Kärntner Falkertsee verbracht. Gefolgt von einer Woche auf einem Taekwondo-Camp in der Steiermark, einem Wochenende in Prag, einem Monat in Portugal und Spanien noch bevor er krabbeln konnte. Er ist dem Thema Reisen stets mit derselben Neugier entgegen getreten wie Georg und ich als seine stolzen Eltern. Dazu gesellten sich unzählige Tagesausflüge, zig Stunden bei Freunden, viele Trainingsstunden im Dojang (als Zuseher, wohlgemerkt: Mama und Papa haben sich beide der Kampfkunst des traditionellen Taekwondo verschrieben!) sowie erneut unzählige Nächtigungen bei den Großeltern. Ich denke, er ist deswegen schon immer so entspannt, weil wir ihn buchstäblich vom ersten Tag an vertrauensvoll „herumgereicht“ haben.

Warum sollte also das Reisen & Unterwegs-Sein, das meinen Eltern so viel Freude bereitet, für mich etwas Schreckliches sein?, würde Liam wohl fragen, wenn er könnte.

Unser kleiner Schnuffel mit knapp sieben Monaten in der "größten Sandkiste der Welt": Am Strand, an der portugiesischen Algarve.

Unser kleiner Schnuffel mit knapp sieben Monaten in der „größten Sandkiste der Welt“: Am Strand, an der portugiesischen Algarve. Bezeichnenderweise liegt hinter ihm ein kleines blaues Flugzeug … Zufall? Schicksal 😀

 

Stichwort „Empowerment“ …

… also die Fähigkeit, einander wohlweislich in dem zu bestärken, was man tut. Das ist gerade als frisch gebackene Mama ungemein wichtig, und vielleicht umso mehr als noch dazu selbstständige Unternehmerin und eben auch Reisebloggerin. Es gibt eben nicht den einen richtigen Weg, Mama, Unternehmerin, Reisebloggerin etc. zu sein sondern so unendlich viele, wie es eben Mamas oder Unternehmerinnen gibt! Netzwerke helfen, einige inspirierende Bücher dazu („Mut für Zwei“ zum Beispiel, kann ich Euch nur ans Herz legen!), aber nach wie vor fehlt es an Rollenvorbildern: Klassisch gibt ja meist die Frau zugunsten eines oder mehrerer Kinder für mehrere Monate oder Jahre ihren Beruf auf. Als jemand, deren kreative und unternehmerische Gedanken aber immerzu sprudeln, kam ich nicht einmal auf die Idee, „wegen Liam jetzt einfach mal nicht zu arbeiten“ oder gar zu reisen. Wenn man liebt, was man tut, geht das meines Erachtens auch gar nicht.

Wie also das Thema Reisen und Selbstständigkeit konkret im Alltag des ersten Jahres mit Baby unterbringen? Geht das alles: Arbeiten, Reisen, Bloggen, Sport treiben, Zeit mit dem Partner verbringen, ja gar Zeit für sich selbst finden ..?

Als Mama (dennoch) Zeit für sich finden? Einfach super wichtig. Dank meiner Familie konnte ich jüngst ein ganzes Wochenende eine Ausbildung in der traditionellen Kampf- und Heilkunst des koreanischen Kimoodo absolvieren. Es hat mich ungemein beflügelt: Auch Liam profitiert, wenn seine Mama wieder frisch, inspiriert und glücklich zu ihm nach Hause kommt.

Als Mama (dennoch) Zeit für sich finden? Einfach super wichtig, wie ich finde. Dank meiner Familie konnte ich jüngst ein ganzes Wochenende eine Ausbildung in der traditionellen Kampf- und Heilkunst des koreanischen Kimoodo absolvieren. Es hat mich ungemein beflügelt: Auch Liam profitiert, wenn seine Mama wieder frisch, inspiriert und glücklich zu ihm nach Hause kommt.

 

Fünf ehrliche Antworten auf die Frage nach der berühmten „Vereinbarkeit“ von Beruf, Familie und der Zeit für sich selbst.

  • Familie ist einfach alles. So kitschig das klingt, es ist wahr. Dies fängt in der neuen Rolle als Mama mit dem Partner an: Der Papa an der Seite ist meist der erste, der der Mama kurze Verschnaufpausen vom Alltag mit Baby und dem Arbeiten (von) zu Hause zu gönnt. Wir sind wirklich sehr gesegnet, da wir für die Zeit mit Liam noch dazu aus überaus liebevollen Großeltern UND (auf Georg’s Seite) Urgroßeltern für seine kurzweilige Betreuung wählen können. Die noch dazu ganz in der Nähe wohnen, fit, liebevoll und „allzeit einsatzbereit“ sind. Was für ein enormes Glück. Wir sind unendlich dankbar dafür.

 

  • Immer mit der Ruhe. Was meine ich jetzt damit? Die eigene innere Ruhe hat meines Erachtens großen Einfluss auf die Lebensqualität – gerade in so einem aufregenden Jahr wie dem ersten Jahr als Mama. Liam hat diese Ruhe wohl sprichwörtlich „mit der Muttermilch“ aufgesogen, hat (fast) immer sehr gut geschlafen, eine vergnügte Zufriedenheit an den Tag gelegt und sich vom Baby zu einem fröhlichen Kleinkind entwickelt. Da bleiben der Mama auch die Kraftreserven die nötig sind, um mal abends oder in Liam’s Schlafpausen kreativ zu denken, zu schreiben, das eigene Unternehmen voranzutreiben, sich Zeit für sich selbst zu gönnen, zu lesen, eine Stunde Sport zu treiben, etc.

 

  • Einteilung ist das halbe ganze Leben. Spätestens jetzt zahlt sich Effizienz im Alltag wirklich aus. Sobald „das Baby schläft“, heißt es kochen, essen, telefonieren, Kleinigkeiten erledigen, Blogbeiträge schreiben, Mails verfassen, Termine checken – nicht selten geschehen mehrere Dinge davon gleichzeitig und auch schon mal mit einem wachen Baby am Arm oder auf der Spieledecke im Home Office. Es ist einfach so. Weil mir genau dieses Leben an sich aber Spaß macht, stresst es mich auch nicht weiter, dass es jetzt eben so ist. Nur die langfristigeren, inhaltlichen Überlegungen, die genau formulierten Offerte für mein Unternehmen, die Zeit für die richtig langen, kreativen Blogbeiträge verschiebe ich schon gerne mal in die Zeit, in der auch Georg zuhause und für Liam da ist und mir wirklich viel Zeit am Stück bleibt.

 

  • Die naturgemäß begrenzte „Zeit für sich selbst“ unbedingt einfordern. Sei es über den Papa, die Oma, die Babysitterin, die Freundin … es sollte nicht „optional“ bleiben oder ein schlechtes Gewissen auslösen, gerade als junge Mama etwas für sich zu tun. So oft schon bin ich zu Georg und Liam hinüber gegangen und habe gesagt, „Jetzt ist die Mama wieder glücklich denn sie hat eine Stunde lang kreativ am Blog weitergeschrieben ..!“ Was immer es auch ist, das glücklich stimmt – schreiben, lesen, sich eine Massage oder Shiatsu-Behandlung gönnen, mal wieder eine Runde laufen gehen, Taekwondo trainieren, mit der Freundin kurz außer Haus: Keine Mama sollte für eigene, freudvoll verbrachte Lebenszeit ohne Baby ein schlechtes Gewissen haben müssen. Das Kind spürt einfach nur, dass es dir gut geht. Ob du dafür ein oder zwei Stunden weg warst, weiß es später nicht mehr, sehr wohl aber, ob du ihm Lebensfreude und Liebe vermitteln konntest.

 

  • Reisebloggerin und Mama sein: Ist es nun die „ultimative Vereinbarkeit“, einfach den Sohnemann mit einzupacken und darüber auf dem Reiseblog zu berichten? Immerhin hat Liam ja bereits einige Spuren hier am Blog hinterlassen, hat so manche Reise mit ausgelöst und uns allen neue Erfahrungen beschert. Ich denke, in gewisser Weise ist es das – vor allem, wenn man wie ich über den Blog hinaus auch noch ein Unternehmen führt. Unsere Entscheidungen als Eltern sind seine (hoffentlich freudvoll verbrachte) Kindheit. Und er hat nun mal eine siebensprachige, weltenbummelnde, schriftstellerisch veranlagte Mama und einen überaus liebevollen, sportlichen, nicht minder reisebegeisterten Papa. Bis jetzt kam kein wie auch immer gearteter Protest. Nur glucksende Lebensfreude, staunende Kinderaugen und viel, viel Lächeln. Möge sich Liam diese Offenheit und Freude an der Welt noch über viele, viele Jahre erhalten.

 

"We Are Family": Vier Generationen beim allerersten, öffentlich erlaubten Taekwondo-Training auf der Donauinsel nach der Corona-Krise.

„We Are Family“: Vier Generationen beim allerersten, öffentlich erlaubten Taekwondo-Training auf der Donauinsel nach der Corona-Krise. Ohne meine Familie wäre ich nicht dort, wo ich heute bin, weder beruflich noch privat! Und schließlich: Was kann mit einer Schwarzgurt-Oma an der Seite schon schief gehen? 😀

 

Heißer Tipp: Ein Baby-Jäckchen aus Merino-Strickwolle. Liam hat selbige von unseren lieben Freunden in Neuseeland geschickt bekommen : Die Wolle temperiert wunderbar und gleicht Hitze wie Kälte am Berg perfekt aus.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, mein lieber kleiner Schmusebär!

 

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