Ruhe, Naturgenuss und atemberaubende Schönheit. Das Kaunertal in Tirol als neuer Sehnsuchtsort in den österreichischen Alpen, ein Hochtalschluss ähnlich entrückt vom massentouristischen Strom wie der Weissensee in Kärnten oder Werfenweng im Salzburgerland.
Ich liebe Orte wie diese, die Rückzug pur versprechen und Nachhaltigkeit nicht nur fordern, sondern auf allen Ebenen leben. Dieses Engagement wurde erst kürzlich international gewürdigt – mit Auszeichnungen zum „Best Tourism Village by UNWTO“ sowie zur Umweltzeichen Region Kaunertal seitens des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
Tatsächlich muss, wer hierher reisen möchte, das Kaunertal erst ein bisschen suchen. Als „leiser Nachbar lauter Täler“ liegt es in unmittelbarer Nähe zu bekannten Tiroler Tälern wie dem Ötztal oder dem Paznauntal, deren Gemeinden Sölden bzw. Ischgl inzwischen weltweit bekannt sind. Feichten, Kauns, Kaunerberg und Fendels, die vier Gemeinden die seit dem Jahr 2025 die Umweltzeichen Region Kaunertal bilden, sind Euch dagegen wohl deutlich weniger bekannt.
Warum ein Besuch sich dennoch lohnt, verrate ich Euch in meinen sieben besten Reisetipps zum Thema Umweltschutz, Barrierefreiheit, Wandern & Genuss im Kaunertal.

Leave nothing but footprints, take nothing but photographs: Beim Barfusswandern durch das Piller Moor im Naturpark Kaunergrat ist dieser internationale Ecotourism-Leitsatz gelebte Realität beim Reisen durch die Umweltzeichen Region Kaunertal.
Nächtigen im Hotel Weisseespitze: Barrierefreiheit für ganz viel Komfort und Genuss in den Bergen.
Wir beginnen unsere Reise ins Kaunertal mit der klimafreundlichen Zug- und Taxi-Anreise bis zum Hotel Weisseespitze auf rund 1.300 Metern über dem Meer. Alleine die Seehöhe, die frische Wiesenluft und mein gebannter Blick auf die steil aufragenden Bergkuppen sorgen für ein unmittelbar eintretendes Urlaubsgefühl. Ich tauche gleich mal ab in den Infinity Pool des Hauses – ein absoluter Traum!
Das Hotel Weisseespitze selbst ist seit vielen Jahren 100% barrierefrei und lebt diesen Anspruch in allen Bereichen. Erst nach und nach wird uns anhand vieler kleiner Details bewusst, wie angenehm sich Barrierefreiheit für alle anfühlt. Ich kann die Erfahrung nur empfehlen!
Weiter erwähnenswert sind die vorzügliche Küche des Hauses, vom Frühstücksbuffet über die Nachmittagsjause bis zum 5-Gänge-Wahlmenü am Abend, das absolut freundliche und entgegenkommende Team des Hotels, sowie der großzügige Wellnessbereich, den auch Gäste des benachbarten Campingplatzes Kaunertal mit benützen dürfen. Seht Euch das mal an.

Alpinkomfort pur: Der Blick auf wilde Berglandschaften vom sanft temperierten Infinity Pool des Hotel Weisseespitze.

… sowie der Wellnessbereich mit Ruheliegen – und an der Decke eine Anlehnung an den sternenklaren Nachthimmel des Kaunertals.

Als Tipp: Auch am Morgen könnt Ihr viel Regionales genießen, wie beispielsweise den Braunelle Honig der Tiroler Urbiene aus dem Kaunertal.
Ein erster Ein- und Überblick: Mehr zu „Klima, Gletscher, Kaunertal“ in der Dauerausstellung im Quellalpin in Feichten.
Weiter ankommen im Kaunertal gelingt am besten mit einem Besuch der Naturpark-Ausstellung „Mit aller Kraft. Klima, Gletscher, Kaunertal“ im Freizeitzentrum Quellalpin des größten Ortes im Tal, Feichten. Hier dreht sich alles um den sogenannten Gepatschferner, einen der größten Gletscher des östlichen Alpenbogens. Wir schlüpfen durch eine Gletscherspalte, hören Geschichten der Einheimischen und bestaunen all die Werkzeuge, mit denen hier über Jahrhunderte in und mit der Natur gelebt und gearbeitet wurde. Auch der Bau des Gepatsch-Stausees zur Energiegewinnung während der 1960er Jahre wird ausführlich beschrieben.
Neben dem Besuch der Ausstellung (ermäßigt mit der Gästekarte) könnt Ihr im Quellalpin auch das Schwimmbad mit Saunabereich, Boulderhalle, Kegelbahnen und vieles mehr nutzen.

Interessante Einblicke zu Themen wie Klimawandel, Gletscherentwicklungen und vieles mehr im Quellalpin im Kaunertal.

Mehr zur KLAR! Klimawandel-Anpassungsregion Kaunertal könnt Ihr auch hier nachlesen. Danke an Josef (Pepi) Raich, Altbürgermeister Kaunertal und Michael Handle, Geschäftsführer des Quellalpin (von links nach rechts) für die Führung durch das Haus!
Ausflug zur Berghütte Gepatschhaus (mit Abendessen + Sternenwanderung!)
Jetzt kommt was richtig Schönes. Wir fahren von Feichten über viele Kehren hinauf zum imposanten Gepatsch-Stausee und an ihm entlang bis zum Gepatschhaus auf knapp 2.000 Metern Seehöhe über dem Meer. Die Straße endet übrigens erst auf 2.750 Metern über dem Meer mit der höchsten Bushaltestelle Österreichs!
Leopold, der steirische Pächter des Gepatschhaus und sein Team, empfangen uns mit vorzüglichem Schnaps, leckeren Tiroler Gröstl und einem Blick in die erst kürzlich vollständig renovierte, modern ausgebaute Berghütte. Sogar tagen könnt Ihr hier, nächtigen sowieso: „Ich hab auch gemütliche Zwei- und Mehrbettzimmer mit Halbpension für Euch“, schmunzelt Leopold jetzt.

Das Gepatschhaus als Startpunkt zahlreicher hochalpiner Bergwanderungen liegt direkt an der Gletscherstraße im Kaunertal.

Tiroler Gröstl als einer der beliebtesten kulinarischen Einstiege hier. Dank Leopolds Verbindungen zur Steiermark gibt es dazu einen erfrischenden Uhudlerspritz!
Nach dem Abendessen treffen wir Bergwanderführer Andreas und Hobby-Astronom Philip zur Sternenwanderung im Kaunertal. Das dünn besiedelte Hochtal ist auf dem besten Weg, als international anerkannte Dark Sky Region ausgezeichnet zu werden – eine intakte Nachtlandschaft ohne Lichtverschmutzung ist dafür die Voraussetzung.
Vom Gepatschhaus führt der nächtliche Wanderweg mehrere Kilometer lang in Richtung Sternenschale und wieder zurück. Dabei lauschen wir fasziniert Philips Ausführungen, schauen über sein Teleskop auf Sternhaufen und Planeten, und staunen über sein umfassendes Wissen zum Thema Sterne, Sonnen, Planeten und Galaxien. Zu Sommerbeginn wird es erst gegen Mitternacht so dunkel, dass wir bekannte Sternbilder sowie die Milchstraße deutlich erkennen können. Ein faszinierendes Naturerlebnis, das Ihr bei Eurem nächsten Besuch im Kaunertal nicht verpassen solltet! Hier noch mal alle Informationen zu den Sternenwanderungen im Kaunertal in der Übersicht.

Unterwegs mit diesen beiden Herren: Philip (Bild Mitte) erklärt uns viel Wissenswertes über den Sternenhimmel, während Bergwanderführer Andreas (Bild links) uns sicher entlang der Alpenpfade zur Sternenschale und wieder zurück geleitet.

… und erst nach Mitternacht ist es wirklich so finster, dass mir Aufnahmen wie diese (hier mit dem iPhone 15 Pro) gelingen. Sterne gesehen haben wir aber noch viel, viel mehr – wow!
Wanderung durch die Verpeilschlucht und bis zur Verpeilhütte (mit Mittagessen auf der Alm).
Nach der wunderschönen Sternenwanderung ist die Nacht vor der nächsten Wanderung im Kaunertal zwar etwas kürzer. Das gute Frühstück des Hotel Weisseespitze hilft uns jedoch rasch wieder auf die Beine.
Die Aussicht auf den Tag ist auch nicht schlecht: Die Verpeilschlucht als mächtiges Naturdenkmal am Eingang zum Naturpark Kaunergrat, und mit ihr der schöne Wanderweg entlang von Forst- und Waldwegen bis hin zur Verpeilhütte auf rund 2.000 Metern über dem Meer. Mit mäßig bis guter Fitness sind die entsprechenden Höhenmeter gut zu schaffen (Pausen, Snacks, Sonnen- und / oder Regenschutz und viel Wasser zum Trinken nicht vergessen!). Als Abwechslung von der Anstrengung taugen der rauschende Fluss, lustige (Weide)Tiere wie Ponys, Truthähne, Kühe oder Alpakas, sowie einzelne Highlights wie die Überquerung ganz besonderer Brücken ..!
Die Ankunft bei der Hütte ist wie im Märchen, so schön ist es „da oben“. Seht am besten selbst.

… lustigen tierischen Wegbegleitern (Vorsicht bei Mutterkühen, und am besten immer einen guten, respektvollen Abstand zu den Tieren wahren) …

… und der Überquerung der „Alexander van der Bellen Brücke“, wie Judith Falch (hier im Bild auf der Brücke) sie gerne nennt: Der aktuell amtierende Präsident Österreichs Alexander van der Bellen stammt nämlich aus dem Kaunertal!

Unsere Ankunft auf der Verpeilhütte inmitten dieser sagenhaft schönen, hochalpinen Naturlandschaft …

… und köstlich obendrein: Typische Kaspressknödel mit Salat dürfen auf keiner Hütte fehlen, finden wir!

Ich hab dann noch meine Kinderbücher „Die Abenteuer von Fina und Liam“ mit hierher genommen. Denn wenn schon Liam das Murmeltier darin eine Hauptrolle spielt, ist es fast wie eine Heimkehr für bestimmte Teile der Geschichte!

Mit den Kindern muss ich auch noch mal hierher kommen. So viel Familienfreundlichkeit (auch nächtigen können wir hier!) bleibt mir angenehm in Erinnerung für den nächsten Besuch.

Als Tipp: Bei der Rückkehr unbedingt an einer der zahlreichen Aussichtsplattformen Halt machen und Ausblicke wie diese auf das Kaunertal genießen.
Naturpark Kaunergrat: Naturparkhaus & Gachenblick.
Vom Hotel Weisseespitze aus ist es rund eine halbe Stunde Fahrtzeit zum Naturparkhaus Kaunergrat, einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region alleine schon wegen des faszinierenden „Gachenblicks“! Das malerische Landschaftspanorama von der (einmal mehr barrierefrei erreichbaren) Aussichtsplattform lädt mit Blick Richtung Inntal, Pitztal und Kaunertal zum Verweilen ein.
Anschließend habt Ihr die Möglichkeit, im Café-Restaurant auf der Dachterrasse des Naturparkhauses köstliche Speisen & Getränke zu genießen. Ein kleiner Spielplatz sowie das nahe gelegene, zum Teil ebenfalls barrierefrei erreichbare Piller Moor machen diesen Teil des Naturparks Kaunergrat zu einem beliebten Ziel für Familien in der Region.
Das Naturparkhaus selbst widmet sich in einer neuen Dauerausstellung „Magie der Vielfalt“ den vielfältigen Schutzgebieten im Naturpark Kaunergrat. Die multimediale Ausstellung lässt im wahrsten Sinne des Worte viele Stimmen zu Wort kommen. Ich rate, in jedem Fall Zeit mitzubringen, um die interessanten Geschichten einheimischer Ikonen (Tiere, Pflanzen, Menschen!) zur Gänze zu erkunden.

Im Anschluss genießen wir unser Mittagessen im Cafe-Restaurant auf der Dachterrasse des Naturparkhauses Kaunergrat …

… bevor wir zur Aussichtsplattform Gachenblick spazieren: Wer sich wie Petra traut, lehnt ganz lässig ganz hoch oben ..!
Piller Moor: Barrierefrei & Barfuss Wandern.
Nicht weit weg vom Naturparkhaus Kaunergrat liegt das Naturdenkmal Piller Moor. Auf einem rund drei Kilometer langen Rundweg erfahren wir Wissenswertes über die Entstehung von Hoch- und Niedermooren, wie sie hier zu finden sind.
Der Moorturm erlaubt uns einen weiteren Panoramablick auf das Piller Hochmoor und seine umliegende Berglandschaft. Meine Freundin Janett und ich beschließen spontan, eine „richtige Moorwanderung“ zu machen – barfuss durchs Moor! Das geht ganz gut, ohne dass selbiges Euch gleich „verschlingt“, und massiert obendrein die Füße. Gerade an heißen Sommertagen ist es eine absolute Wohltat, sich über die Fußsohlen am kühlen Moor- und Waldboden abzukühlen: Eigene Stellen entlang des Moorlehrpfades erlauben das Betreten des Moores ausdrücklich.
Als Tipp: Vor einigen Jahren habe ich das (kinderwagentaugliche) Piller Moor und den Naturpark Kaunergrat mit Kleinkind besucht und kann Euch hier Tipps für Familien in der Region geben. Kommt mal mit ins Moor und in den herrlichen Wald!

Wir spazieren auf soliden Holzstegen durch das Moor, die allen Menschen einen Zugang zu dieser Naturlandschaft ermöglichen …
Natur Alpin Hotel Feichtner Hof: Umweltzeichen Hotel in der Umweltzeichen Region Kaunertal.
Zu guter Letzt statten wir noch Familie Larcher in ihrem Aktivhotel Feichtner Hof einen Besuch ab. Der Feichtnerhof ist neben vier weiteren Beherbergungsbetrieben stolzer Träger des Österreichischen Umweltzeichens im Kaunertal, ein Paradebeispiel für nachhaltige Tourismuswirtschaft in der Umweltzeichen Region.
Maria Larcher-Walser, die mit ihrer Schwester Judith und ihrem Mann Dietmar Walser den Familienbetrieb führt, zeigt uns, wie gelebte Tradition moderne Gastfreundschaft ergeben kann – nachhaltig gut, versteht sich.

… sprechen wir über clevere Beispiele für Nachhaltigkeit im Betrieb, beispielsweise diese Lampenschirme aus getrockneten Heublumen …

… auch diesen Blick vom Balkon des Hotels in Richtung nördliches Kaunertal möchte ich Euch nicht vorenthalten …
Mehr über diese und ähnliche „Geschichten des Gelingens“ lest Ihr übrigens in diesem Blogbeitrag. Wer lieber schauen und hören mag, kann sich „das Tal, das weiterdenkt“ auch im Video ansehen:
Wohin geht Deine nächste (nachhaltige) Reise in Tirol?
Hinweis: Ich wurde von der Region Kaunertal sowie dem Österreichischen Umweltzeichen zu dieser Reise nach Tirol eingeladen. Alle Meinungen sind meine eigenen.





















