„WTM Virtual“: Neues von der ersten digitalen Reisemesse der Welt.

von Elena

Stellt Euch vor, die Reisemesse „London World Travel Market„, nach der ITB Berlin immerhin die zweitgrößte Reisefachmesse der Welt, findet statt und niemand geht hin. Stattdessen sitzen wir alle, vermutlich zu Tausenden, als registrierte Fachbesucher zuhause vor unseren Computern in dem Bemühen, einander zumindest digital zu treffen und die jüngsten Updates der globalen Reisebranche zu erfahren. Ein seltsames Gefühl, das muss ich zugeben. Zwar ist es nicht, was ich unter der geschäftstüchtigen Energie der letzten Jahre kennen gelernt habe (die persönlichen Meetings in London vermisse ich wirklich sehr). Und doch hat es natürlich auch seine Vorteile, beispielsweise in meinem Fall meinen kleinen Sohn Liam einfach bequem an meine Eltern zu übergeben, um mich im selben Haus stundenlang in Ruhe vor den Bildschirm zurückzuziehen.

Was also hat mir die Teilnahme an der ersten digitalen Reisemesse weltweit gebracht? Eine ganze Menge globaler Insights, wie ich finde. Und einen Hauch Zuversicht für die Zukunft. Nachfolgend liefere ich Euch eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen aus einer Reihe spannender Fachvorträge.

Simon Press, Senior Exhibition Director, gibt den Startschuss für die digitale Ausgabe des London World Travel Market vor einem tatsächlichen, leeren ExCel London Messegelände. In den letzten Jahren habe ich immer nur den Eingangsbereich der Reisemesse gesehen, in dem es von Leuten wimmelte, die sich über ihre Reisegeschäfte austauschten.

Simon Press, Senior Exhibition Director, gibt den Startschuss für die digitale Ausgabe des London World Travel Market vor einem erschreckend leeren ExCel London Messegelände. Üblicherweise drängen sich hier Menschen aus aller Welt zu Hunderten, wenn nicht gar zu Tausenden, in Richtung Messehallen. Dies wird wohl noch für eine Weile Geschichte bleiben.

 

 

Der erste Fachvortrag in diesem Jahr lautet passend: „Innovation in der Reisebranche nach dem Coronavirus“.

Caroline Bremner, die Leiterin der Abteilung Travel Research des internationalen Unternehmens EuroMonitor, erklärt uns die „seismischen Auswirkungen“ der Coronavirus-Pandemie auf die globale Reisebranche, welche zu einem Rückgang der weltweiten Ankünfte um fast 60% geführt haben. Solch einen Rückgang habe es ihrer Meinung nach noch nie zuvor gegeben, sie bezeichnet ihn als „zehnmal schlimmer als frühere Krisen, wie etwa die globale Finanzkrise vor zehn Jahren“.

Gleichzeitig spricht Caroline Bremner aber auch von einer starken Verlagerung ins Online-Reisegeschäft. Laut ihrem „World Forecast Travel Sales Index“ besitzen zwar weniger als die Hälfte aller befragten Unternehmen eine Reise-App, doch dürften genau solche Unternehmen sich wirtschaftlich am schnellsten erholen können.

 

Wie ist es also um das weltweite Reiseverhalten bestellt, selbst wenn es bereits 2021 einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben sollte? Die von EuroMonitor International durchgeführte Studie deutet darauf hin, dass 20% aller Reisenden nicht mehr zu ihrem gewohnten Reiseverhalten zurückkehren werden. Die Reisetätigkeit verlagert sich aktuell deutlich weg von internationalen Reisen zugunsten von Inlandsreisen. Dabei bleibt die Unsicherheit, wie sich die Kaufkraft im Spiegel der aktuellen Rezession weiter entwickelt. Als sicher gilt, dass Reisenden nach der Coronavirus-Pandemie Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Sicherheit sowie Kosten weiterhin sehr wichtig sein werden. Unternehmen in der Reisebranche müssen weiter auf Innovation sowie nachhaltige Produktentwicklung setzen, stellt Caroline klar.

 

In Bezug auf Innovationen im Reisesektor präsentiert Caroline Bremner anschließend verschiedene Beispiele aus der ganzen Welt. Die ersten Sätze über die Situation in Europa jedoch sind düster: „Angesichts einer möglichen zweiten Pandemiewelle sieht es für den Wintertourismus 2020/2021 nicht gut aus. Der Inlandstourismus mag als Puffer gedient haben, um die Reisebranche insgesamt zu schützen und die wirtschaftliche Erholung in den jeweiligen Ländern anzukurbeln. Gesamt jedoch sehen wir laut unserer Studie ein Minus bei den Inlands-Reiseausgaben um 25%, bei den Auslands-Reiseausgaben sogar um 55%. Letztendlich rechnen wir damit, dass sich der Reisemarkt in Europa erst langfristig, über die nächsten vier bis fünf Jahre etwa, erholen wird. Großbritannien trifft es dabei besonders hart, da die aktuelle Rezession mit Brexit kollidiert.“

Auf der anderen Seite spricht Caroline Bremner über die Möglichkeiten, ja die Notwendigkeit, gerade jetzt auf Nischen wie „regenerativen und transformativen Tourismus“ zu setzen. Sie erwähnt dazu auch den „Transformational Travel Council“ (mehr dazu findet Ihr hier: https://www.transformational.travel). Die Nachfrage nach Aktivitäten in der Natur sowie nach nachhaltigen Reiseangeboten ist ebenfalls weltweit im Steigen. Auch kreative Kulturreisen werden hier meines Erachtens weiterhin eine Rolle spielen (hier könnt Ihr mehr über meine Veröffentlichungen zu diesem Thema erfahren: www.creativelena.com/reiseblog/kreativ-reisen).

I like this innovative example of learning how solar panels

Ein Beispiel für zukunftsweisende Innovationen im Tourismus: Die patentierte, schwimmende Solaranlage im Meer der Malediven.

 

Food, too

Auch die regionale Gastronomie wird weiterhin eine große Rolle in Sachen nachhaltiger Tourismusentwicklung spielen.

 

 

Abschließend erwähnt Caroline Bremner, dass „unsere Studie zeigt, mit wie viel Engagement, Kreativität und Bereitschaft Reiseveranstalter und Tourismusbehörden auf das globale SOS reagiert haben. Wesentliche Bausteine in diesem Prozess sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Wir sehen immer mehr Reiseunternehmen, die zunehmend zielgerichtet agieren und sich an die so genannte Triple Bottom Line halten, bei der alle Interessengruppen beteiligt sind – auch die Einwohner der jeweiligen Tourismusregion vor Ort. Alte Geschäftsmodelle, vor allem im Bereich des Massen- und Übertourismus, haben ohnehin nicht mehr funktioniert. Wir müssen uns auf universelle Werte besinnen, um anders, um vor allem nachhaltig, voranzukommen.“

Vielen Dank, Caroline Bremner, für diese aufschlussreiche Zusammenfassung über die vielen Veränderungen, die 2020 bislang mit sich gebracht hat.

 

Als Nächstes berät sich eine globale Expertenrunde zum Thema „Mein Ausblick auf 2021“.

 

Marcus Murphy, Geschäftsführer des Unternehmens „The Five Percent“, betont, wie wichtig es sei, gerade für das Jahr 2021 eine starke Vision zu entwickeln.

Marcus Murphy ist gleichermaßen jovialer Typ wie knallharter Geschäftsmann. In seiner rund 20-minütigen Rede schafft er es nicht nur, uns zu unterhalten, sondern auch uns gedanklich herauszufordern und uns echte „Hausaufgaben“ mitzugeben.

In seiner Einleitung sagt er: „Stellt Euch vor: Ich habe anderen Leuten die Haare geschnitten, um mir mein Universitätsstudium zu finanzieren! Ich hatte keine Ahnung vom Haareschneiden, aber ich hatte Rechnungen zu bezahlen. Also hab‘ ich einfach ein Schild auf meine Zimmertür gehängt, und nach und nach kamen Leute vorbei, um sich die Haare schneiden zu lassen. Im Moment geht es uns allen wie mir damals: Wir stellen fest, dass wir Dinge tun müssen, von denen wir keine Ahnung haben, wie sie funktionieren, die wir aber jetzt irgendwie tun müssen.“

Als nächstes präsentiert er uns ein Bild einer riesigen Baustelle. „Wenn man einen großen Wolkenkratzer baut, muss man so tief nach unten bauen, wie man hinauf will, damit dieser nicht ins Wanken gerät. Wusstet Ihr das? Ich nicht. Bauingenieure verbringen mehr Zeit mit dem Bau des Fundaments als mit der eigentlichen Gebäudestruktur. Ist das nicht Wahnsinn? Denkt doch mal nach, was das für Euer eigenes Unternehmen bedeutet. Es braucht Zeit, um den Grundstein für das zu legen, was Ihr erreichen wollt. Schlaue Menschen haben das schon immer verstanden, und kein Stern wird wirklich über Nacht geboren. Es sind all die Jahre harter Arbeit und Vorbereitung, die scheinbar plötzlichen Erfolg möglich machen. Wenn Ihr also in dieser Zeit der Krise über Eure Ziele, Eure Vision, Eure Geschäftsideen nachdenkt, dann nehmt Euch wirklich die Zeit, innezuhalten, in die Tiefe zu gehen und zu planen. Fragt Euch selbst: Wird das Fundament dessen, was ich jetzt plane, tief genug sein, um meine Bemühungen über das Jahr 2021 hinaus zu stützen?“

 

Seine Formel für das Erreichen einer soliden Vision für unser Business erklärt uns Marcus wie folgt:

 

Wir lesen von rechts nach links, „einfach so zum mathematischen Spaß“, erklärt Marcus lachend. „V bedeutet natürlich Vision. Eine konkrete Vision aufzustellen, kann jedoch eine heikle Angelegenheit sein. Sie muss kristallklar sein. Der beste Maßstab für eine großartige Vision ist, wenn Eure Mitstreiter andere Gelegenheiten auslassen, um bei Dir, Deinem Team, Deinem Unternehmen, Deiner Botschaft zu bleiben. Es geht einzig und allein darum zu wissen, wohin man geht. Nehmt Euch Zeit dafür, dies zu formulieren, schaltet alles rund um Euch aus, und konzentriert Euch auf den Bau des Fundaments“, rät Marcus.

Der nächste Baustein in Marcus‘ „Gleichung“ ist PBC, „Positive Behavioural Change„. Marcus erwähnt Spitzensportler, die starke, positive Verhaltensänderungen in Kauf nehmen, um ihre Ziele zu erreichen: „Sie stellen sich echten Herausforderungen, da sie genau wissen, was sie für ihr Ziel tun oder in ihrem Verhalten ändern müssen, um es zu erreichen. PBC ist ein großartiges Maß dafür, wie ernst es Euch mit Eurer Vision ist.“

G steht in weiterer Folge für Goals, Ziele. Marcus erklärt, dass „wir die schlimmsten Zielsetzer auf dem Planeten sind. Wir bevorzugen stattdessen einfache Absichtserklärungen. Schaut Euch die Neujahrsvorsätze doch an: Die Mitgliederzahlen im Fitnessstudio steigen im Jänner an, um gleich im Februar darauf wieder abzufallen. Das liegt daran, dass die meisten Menschen es letztendlich nicht ernst meinen. Ziele, auch Zwischenziele, müssen klar und messbar sein: ‚Hier ist mein Vorhaben, und genau das werde ich tun, um es zu erreichen.‘ Meine täglichen Big 3 … Meine wöchentlichen Big 3 … und so weiter. 2021 muss ein Jahr der Zielsetzungen, nicht der Absichtserklärungen sein!

SK bedeutet weiter „Skills and Knowledge“, also Fähigkeiten und Wissen. Menschen, denen es mit ihrer Vision ernst ist, sind ebenso ernsthaft damit beschäftigt, sich die dafür nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen. Einige der Hilfsmittel auf dem Weg können darin bestehen, einfach mal abzuschalten, sich Zeit zu nehmen, um von anderen Menschen zu lernen, Zeit alleine zu verbringen, einem Online-Kurs zu folgen, etc. Oder zu lesen! Und bestimmte Möglichkeiten zugunsten der einzig richtigen auszuschlagen.

Nicht zuletzt ist es A, „Action“, die all dies in Schwung bringt. Marcus schließt: „Die erfolgreichsten Menschen 2021 werden diejenigen mit einer großen Vision sein. Die, die sich Ziele setzen und messbare Veränderungen in ihrem Leben zulassen. Geht Schritt für Schritt vor, denkt an das, was auf Euch zukommt, und bereitet Euch so gut es geht darauf vor. Und zögert nicht, immer neue Maßnahmen zu ergreifen. Letzten Endes muss es um das Handeln gehen und darum, dass Ihr die Initiative ergreift.“

 

Von der Gegenwart zur Zukunft: Was kann, was wird (weiterhin) funktionieren?

  • Nischenfindung, Wiederbelebung von Content, emphatisches Kommunikationsverhalten: Bloggerin Lavinia D’Sousa (folgt ihr auf Instagram @Continent.Hop) wird in diesen Punkten von einem späteren Vortragenden, Nick Cooper von HolidayPirates, bestätigt: Die Verbindung mit der Community, mit dem „Tribe“, ist gerade jetzt immens wichtig. „Bleibt Euch selbst treu“, sagt Lavinia klar. Und: „Beschränkt Euch nicht nur auf die Suche nach verschiedenen Social-Media-Plattformen für diese Art von Verbindung – vielleicht sind es auch Bücher oder weitere, gemeinsame Anliegen, die Eure Community jetzt vereinen. Stellt Eure Botschaft klar und richtig. Soweit ich weiß, gibt es jetzt sogar ‚Pflanzenfluenzer‘, die Euch sagen werden, wie Ihr Eure Pflanzen am besten pflegen könnt! Besetzt eine Nische und hebt Euch ab. Kampagnen, auch bezahlte Kooperationen, gibt es nach wie vor. Nutzt Eure langjährigen Kontakte und Kundenbeziehungen und bietet an, vorhandene (Reise-)Inhalte zu recyceln oder wiederzuverwenden.“ (Anmerkung: Das erste Reiseziel, das ich nach Ende des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 auf diese Art und Weise erneut mit „seinen“ Markenbotschaftern zusammenarbeiten gesehen habe, ist die Stadt Graz im Süden Österreichs).

 

  • Erkenntnisse aus der Marktforschung als Grundlage für Entscheidungen: Ant Stone vom Reiseunternehmen G Adventures betont seinerseits, wie wichtig es ist, eine klare Vision sowie klare Geschäfts- und Marketingziele zu haben. Dank der Auswertung von Firmen- und Marktforschungsdaten konnte das globale Reiseunternehmen G Adventures „sehr, sehr schnell in neue Bereiche der Produktentwicklung einschwenken. Unsere Analysen haben gezeigt, dass unsere Kunden immer noch reisen wollten und lediglich nach Informationen gesucht haben, wie und wo es 2020 noch möglich war“, erklärt Ant. „Unsere ‚Book Your Bubble‘-Kurzreise-Angebote für Europa sind in den letzten Monaten beispielsweise sehr stark gewachsen. Unsere Mitarbeiter haben extrem schnell und zuverlässig auf diese neuen Entwicklungen reagieren können. Dies verdanken wir einerseits den technologischen Möglichkeiten, andererseits aber auch unserer Bereitschaft, Neues zu wagen und unseren Gemeinschaftssinn zu fördern. Kundenwünsche haben wir sehr rasch als Grundlage für neue Geschäftsentscheidungen und -ideen nutzen können.“

 

  • Verbunden bleiben, Feedback fördern: Josh Collins vom US-amerikanischen Marktforschungsunternehmen Entrada Insights stellt in seinem Vortrag fest, dass „die Gefahr eines emotionalen Zusammenbruchs in der Reisebranche akut war. Wir haben als sofortige Gegenmaßnahme auf beständige Kommunikation gesetzt und wöchentlich Webinare mit all unseren Tourismusbehörden und Reiseunternehmen durchgeführt – über 5000 in sechs Monaten! Dabei haben wir so gut es ging versucht, das Vertrauen in die Branche zu erhalten und mögliche Bildungsdefizite aufgrund des Lockdowns zu schließen“, so Entrada Insights. Seiner Meinung nach war es noch nie so wichtig wie heute zu verstehen, was es noch alles zu lernen und zu verbessern gibt. Während die Reisebranche in nur einem Jahrzehnt stark gewachsen ist, betont er, sei es jetzt an der Zeit, sich zu konsolidieren, ganzheitlich zu denken und sich in Erinnerung zu rufen, dass „es nach wie vor viele Bereiche gibt, die eigentlich schon längst nicht so gut gelaufen sind. Jetzt, da die Pandemie allen und allem Einhalt gebietet, ist es wirklich an der Zeit nachzudenken, wohin wir mit unserer Tourismusentwicklung eigentlich wollen – und statt auf Kosten von wem, mit wem wir dies gestalten können.“

 

„Es ist schlauer zu betonen, dass wir nicht in die Zeit vor Corona zurück wollen, sondern stattdessen ein besseres Morgen erreichen möchten.“ (Josh Collins, WTM Virtual, 2020)

 

Zu guter Letzt möchte ich Euch hier noch eine kleine Zusammenfassung eines weiteren, spannenden Vortrages der digitalen Reisemesse WTM Virtual liefern, mit teils erstaunlichen Erkenntnissen und Einblicken, nämlich:

 

Social Media effektvoll nutzen.

 

Nick Cooper, von Holiday Pirates, erklärt das Wachstum seines „Travel Deals Inspiration Business“ in den letzten acht Jahren damit, dass dies hauptsächlich durch soziale Medien erfolgt sei. Die grundlegende Geschäftsidee von HolidayPirates besteht darin, Angebote aus allerlei Branchen der Reiseindustrie – Kreuzfahrtgesellschaften, Fluggesellschaften, Tourismusdestinationen, etc. – zu sammeln und sie über ihre HolidayPirates-Kanäle zu veröffentlichen. Der Hauptunterschied zu anderen Wettbewerbern ist der, dass der gesamte Vertrieb über soziale Medien gemacht wird. Nur – wie macht man das in einem Teich mit Haifischen wie Booking.com ..?

Die Antwort, erklärt Nick, sei demnach folgende. „Wir handeln als Unternehmen so, wie eine reale Person online handeln würde. 97% unseres Website-Traffics ist organisch! Soziale Medien sind einfach kein Top-Down-Medium, bei dem man seinen Kunden sagt: ‚Kauf das, schau Dir das an.‘ Vielmehr muss man Teil einer Gemeinschaft sein und eine Gemeinschaft hinter sich versammeln. Unser eigentliches Erfolgsrezept besteht darin, dass unsere Inhalte dank unserer Community viral gehen. Es ist gut, etwas zu teilen, aber noch besser ist es, wenn unsere Markenbotschafter dies für uns tun. Und sie teilen unsere Inhalte, weil sie zu gut sind, um nicht geteilt zu werden. So nutzen wir die sozialen Medien wirklich haargenau so, wie sie eigentlich gedacht sind – als Freund, der Freunden etwas empfiehlt.“

 

Das Rezept für „virale Botschaften“ im Netz, so Nick, lautet demnach wie folgt:

  • Einen unterhaltsamen, authentischen Ton haben und pflegen.
  • Als Unternehmen wie ein echter Mensch schreiben, agieren und „sprechen“.
  • Scherzen. Offen, ehrlich, transparent, und authentisch sein.
  • Die Community mit neuen Ideen, Angeboten oder Aussagen begeistern, auf die sie vielleicht selbst nicht gekommen wären.
  • Relevant sein: Wer relevant ist, löst ein Gefühl der Unmittelbarkeit aus, was zum Teilen von Inhalten bis hin zur Buchung von Angeboten führt.

 

Ein Beispiel aus dem Krisenjahr 2020 führt Nick Cooper wie folgt an: Erst vor wenigen Wochen haben die Kanarischen Inseln einen „Reisekorridor“ für Bewohner des Vereinigten Königreichs geschaffen, bei dem diese auf die Kanaren reisen konnten, ohne bei ihrer Rückkehr in Quarantäne gehen zu müssen. Nur wenige Stunden nach dieser Ankündigung hat HolidayPirates erfolgreich zahlreiche, buchbare Angebote über ihre Community verbreitet. Während der Krise setzt das Unternehmen ebenso auf Botschaften, die das WIR stärken sollen, auf hilfreiche Beiträge, lustige Beiträge, Listenbeiträge, auf Fragen an die Community, etc.

 

 

Vielen Dank für diesen kurzen, aber sehr aufschlussreichen Social-Media-Vortrag lieber Nick!

 

Die Reisemesse WTM Virtual bot auch die Möglichkeit für digitale Speed-Datings.

Abschließend möchte ich dem Team der digitalen Reisemesse WTM Virtual für seine Bemühungen danken, diese Konferenz, einschließlich aller technischen Details, so erfolgreich durchzuführen.

Persönlich habe ich sehr davon profitiert, nicht nur oben genannte Inhalte durchzudenken und hier mit Euch zu teilen, sondern mich einmal mehr als Teil einer globalen Gemeinschaft inspirierender Reisefachleute zu sehen, die deutlich zeigen, dass NICHT ALLES VERLOREN ist. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl war und ist für mich gerade jetzt extrem wichtig, umso mehr, da seit Beginn des Lockdowns nahezu sämtliche Branchentreffs abgesagt wurden und viele Unternehmungen ausgesetzt bleiben. Für dieses Gefühl alleine bin ich dankbar, und dafür, dass die Vorträge einmal mehr gezeigt haben, was gerade jetzt weiter funktioniert und der Reisewelt insgesamt Hoffnung gibt.

Über die Vorträge hinaus war es zudem heiter und erfrischend, auch direkte One-On-One Gespräche mit weiteren Fachbesuchern der digitalen Messe zu führen. Ich habe mich beispielsweise im Rahmen einer exklusiven Videokonferenz mit Helga Cruz vom Tourismusbüro der Algarve im Süden Portugals unterhalten, und wir waren uns einig darin, nach Vorstellung all meiner Portugal-Reisen auch in Zukunft gerne und weiter zusammenarbeiten zu wollen.

 

Gerne könnt Ihr mir einen Kommentar hinterlassen, um die Diskussion fortzusetzen oder weitere Fragen anzuregen. Ich freue mich in jedem Fall, von Euch zu hören!

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